Press / ZMF Freiburg

July 25, 2017

 

Im Interview Gregorio Hernandez. 

Badische Zeitung vom 15.7.2017

BZ: Die A-cappella-Szene in Deutschland ist ein heiß umkämpfter Markt. Was ist das Alleinstellungsmerkmal von Slixs?
Hernández: In Deutschland verbinden Bands häufig A-cappella mit Comedy – das tun wir nicht! Wir haben den Anspruch, richtig Musik zu machen und darüber hinaus das Publikum unterhalten. Die Leute bringen wir dennoch zum Lachen.

 

BZ: Welche Rolle haben Sie in der Band?
Hernández: Ich bin erst einmal der Exot (lacht).
 

BZ: Wurden Sie deshalb aufgenommen?
Hernández: Vielleicht spielte das eine Rolle, aber natürlich musste ich in erster Linie mit gesanglichen Qualitäten überzeugen. Durch meine kubanischen Wurzeln habe ich sicherlich ein gutes Rhythmusgefühl. Das ist wichtig für das Repertoire, das wir singen. Was meine Rolle ist? Ich bin Solist.
 

BZ: Also der Leadsänger bei den meisten Stücken.
Hernández: Nein, das wird schon verteilt. Katharina Debus, unsere einzige Frau, singt oft die Melodie. Michael Eimann, der fast alle Songs komponiert und arrangiert, ist oft bei den Balladen zu hören. Ich bin eher für die Soul- und Funkstücke zuständig, weil es von der Stimme ganz gut angelegt ist. Aber ich kämpfe darum, auch mal eine Ballade abzukriegen.
 

BZ: Auf der neuen CD "Playground" finden sich bis auf David Bowies "Heroes" nur eigene Stücke. Warum das?
Hernández: Im A-cappella-Genre wird viel gecovert. "Heroes" bot sich einfach an, weil das ein toller Song ist und in unserer Version auch ganz anders klingt. Wir wollten auf diesem Album eigene Stücke machen, die viel mit uns zu tun haben.
 

BZ: Die Arrangements sind rhythmisch sehr komplex, die Harmonien durchaus gewagt. Verkauft sich die CD gut?
Hernández: Verkaufen tut sie sich, allerdings nicht so gut phänomenal wie unsere letzte "Quer Bach", auf der wir Instrumentalmusik von Johann Sebastian Bach gesungen haben. Für mich ist das neue Album "Playground" zumindest in Europa eine A-cappella-Revolution.
 

BZ: Haben Sie die Stücke schon live gesungen?
Hernández: Kaum. Unsere Sängerin war schwanger – deshalb haben wir das letzte Jahr mit Vertretungen gearbeitet. Seit März aber ist Katharina wieder zurück und wir proben wie wild die neuen Sachen. Das Publikum reagiert vor allem auf die Energie auf der Bühne. Der Song folgt dann. Ich mache mir überhaupt keine Sorgen, dass das live super rüberkommt.
 

BZ: Sie sind die erste A-cappella-Band, die ich kenne, die in Person von Konrad Zeiner mongolischen Kehlkopfgesang praktiziert. Was macht die Band noch, was andere nicht machen?
Hernández: Ich weiß nicht, ob man das laut sagen kann, aber eine A-cappella-Band, in der flächendeckend gute Solisten sind, gibt es nicht so häufig. Meistens stehen ein oder zwei Sänger im Vordergrund – bei uns ist das anders. Jeder kann seine Stimme speziell einfärben, so dass wir gut Instrumente imitieren können. Die Sounds machen wir nur mit der Stimme, ohne Verzerrer – also nur Hall und Kompressoren. Wir begreifen uns als Instrument, nicht als Sänger, ähnlich wie Bobby McFerrin.
 

BZ: Vor zwei Jahren wart Ihr mit ihm auf Tour. Was habt Ihr dabei gelernt?
Hernández: Mehr Entspannung auf die Bühne zu bringen. Ich bin sowieso entspannt, aber meine Kollegen nehmen manchmal vielleicht die Sache zu ernst. Bobby Mc Ferrin geht ja einfach mit seinen Tagesklamotten auf die Bühne.


BZ: In seiner Musik spielt Improvisation eine große Rolle. Wie ist das bei Euch?
Hernández: Wir haben viele improvisatorische Elemente im Programm. Auch wenn unsere Arrangements knifflig sind, finden sich da auch immer kleine Freiräume für den einen oder anderen. Deshalb klingen die Stücke auch nie genau gleich.

 

A-cappella-Nacht mit Slixs und Viva Voce, Freiburg, ZMF, Zirkuszelt, Mittwoch, 19. Juli, 19.30 Uhr.

Verfasser: Georg Rudiger - Musikjournalist

 

 

 

 

 

 

 

 

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